Foto (Urheber; Quelle): A.Arnolds; pixelio.de; Kirchenfenster in St.Martin; Euskirchen

 

 

 

Infos zur Taufe

 

Informationen, Text, und Quelle: ekd.de;                                                                              ergänzt mit Besonderheiten im Pfarrbereich Großwechsungen

 

 

In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?
Meistens werden die Kinder im ersten Lebensjahr getauft. Aber auch eine spätere Taufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt, was geschieht.

 

Was spricht für eine Kindertaufe?
Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe den kleinen Kindern seine Liebe zu, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eltern und Paten haben dann die Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen und den Kindern von ihrem christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln zu erzählen. Später in der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen selbst ihr Ja zum Glauben an Jesus Christus.

 

Was ist eine Nottaufe?
Wenn ein Ungetaufter sehr krank ist und zu sterben droht, wird eine Nottaufe vorgenommen. Diese Taufe kann jeder Christ und jede Christin ausführen.

 

Was für Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Bitte wenden Sie sich an das Büro unseres Pfarrbereiches, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts am Wohnort der Paten über die Berechtigung zum Patenamt (so genannte Patenbescheinigung). Wenn Sie als Eltern ein Familienstammbuch haben, bringen Sie es bitte zum Taufgespräch mit. Auf jeden Fall bringen Sie bitte die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mit.

 

Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?

Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Aber zusammen mit vielen Freunden in der Konfirmationsgruppe den christlichen Glauben verstehen zu lernen, ist bereichernd und wunderschön. Wer dann das Patenamt übernehmen will, muss aber in der Regel konfirmiert sein.

 

Kann mein Kind zum Konfirmandenunterricht gehen ohne getauft zu sein?
Ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird das Kind in der Regel am Ende des Konfirmandenunterrichts getauft; eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind ja schon selber Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch oft vor der Konfirmation getauft.

Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?
Die Entscheidung, ob eine Taufe trotz fehlender Mitgliedschaft beider Elternteile möglich ist, wird vor Ort in der zuständigen Kirchengemeinde getroffen. Eine Taufe könnte auch der schöne Anlass für die Eltern sein, über eine eigene Taufe bzw. Kirchenmitgliedschaft nachzudenken. :-)

 

Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?

Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht inne hat. Ist die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe. Können sich die Eltern nicht einigen, kann (schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden.

Eltern können sich aber zuvor auch allein oder besser noch gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungstelle wenden. Oft hilft auch ein klärendes Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin.

Muss ich mich erneut  taufen lassen wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?
Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und kann daher nicht wiederholt werden. Bei einem Wiedereintritt in die ev. Kirche oder bei einem Übertritt in die röm.-kath. Kirche wird nicht noch einmal getauft. Bei einem Übertritt in eine orthodoxe Kirche wird allerdings die Salbung nachgeholt. Beim Übertritt zu einer sog. orientalisch orthodoxen Kirche (Syrisch-Orthodox, Armenisch-Apostolisch, Koptisch-Orthodox, Äthiopisch-Orthodox) gibt es unterschiedliche Praktiken.

 

Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?
Oft sind die Kirchen mit Blumen geschmückt. Wenn Sie besonderen Schmuck wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Ansprechpartner in Ihrer Gemeinde (siehe unter "Kontakte") bzw. mit Pfarrer Lenz. In den meisten Fällen ist dies möglich.

 

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?
Wir bitten freundlich darum, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Das Fotografieren während der Gebete und der Predigt ist nicht erlaubt. Auch nach dem Gottesdienst besteht noch die Möglichkeit, Bilder zu machen.

 

Wie soll der Täufling während der Taufe gekleidet sein?
So bequem und dabei so festlich wie möglich. In vielen Familien gibt es Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist eine schöne Tradition. Bitte ein Handtuch bzw. eine Mütze nicht vergessen, damit sich das Kind mit nassem Kopf in einer womöglich kalten Kirche nicht erkältet. 

 

Können wir selbst bestimmen, wofür im Taufgottesdienst gesammelt wird (Kollekte)?
In vielen Gemeinden ist es möglich, dass Sie den Zweck der Kollekte selbst bestimmen, z.B. für die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde oder Organisationen, die Kindern helfen. Fragen Sie im Pfarramt nach.

 

Was kostet die Taufe?
Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Kirchenmitgliedern kostenlos. Nur wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder ausgefallene musikalische Einlagen wünschen entstehen Ihnen Kosten.

 

Wer kann Pate oder Patin werden?
Alle Menschen, die Mitglied der evangelischen Kirche, konfirmiert und mindestens 14 Jahre alt sind. Angehörige anderer christlicher Kirchen haben meist ebenfalls die Möglichkeit, das Patenamt in der evangelischen Kirche zu übernehmen. Auf Grund der unterschiedlichen Regelungen in den Landeskirchen besprechen Sie dies in jedem Fall mit dem Pastor oder der Pfarrerin, der oder die taufen soll. Wer nicht getauft ist, keiner christlichen Kirche angehört oder ausgetreten ist, kann nicht Taufpate werden.

 

Was ist ein "Taufzeuge"?

In unserem Pfarrbereich Großwechsungen gibt es die Möglichkeit, sich auch ohne die Mitgliedschaft in einer Kirche anlässlich der Taufe als Lebensbegleiter/in eines Kindes zu erklären. Dies nennen wir "Taufzeuge" und verstehen es als freiwillige Erklärung zum Engagement für ein Kind.  Der Taufzeuge bekommt zur Erinnerung an seine Erklärung eine Taufzeugenurkunde überreicht. Die freiwillige Erklärung ist in keiner Weise bindend. Die Beteiligung von Taufzeugen ersetzt nicht das notwendige Patenamt.  

 

Kann ich jemanden vom Patenamt entbinden?
Im Gegensatz zur möglichen Entbindung vom Patenamt auf eigenen Wunsch ist eine Streichung gegen den Willen des Paten nicht möglich. Fragen Sie in Ihrem Pfarramt nach! Suchen Sie das Gespräch mit dem Paten, um den Konflikt gemeinsam zu klären. Sie können den Pfarrer oder die Pastorin zu einem klärenden Gespräch dazu hinzuziehen.

 

Wann endet das Patenamt?
In der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nicht. Der Pfarrbereich Großwechsungen plädiert für eine "lebenslange" Begleitung der Getauften durch ihre Paten.

 

Kann ich mein Kind in einen kirchlichen Kindergarten schicken, wenn es nicht getauft ist?
Konfessionell gebundene Kindergärten, z.B. der ökumenische Kindergarten in Nordhausen, nehmen oftmals auch ungetaufte Kinder auf. Sie als Eltern müssen aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennen lernt. Fragen Sie direkt im Kindergarten nach den Möglichkeiten.

 

Gibt es eine ökumenische Taufe?
Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist, erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession.

 

Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten?
Das können Sie. Von vielen Pfarrerinnen und Pfarrern wird ein solcher Gottesdienst „Traufe“ (Taufe und Trauung in einem Gottesdienst) genannt. Es haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer!

 

Ist eine Segnung statt einer Taufe möglich?
Manchmal wollen Eltern den Kindern die freie Entscheidung zur Taufe selbst überlassen. Das kleine Kind wird dann in einer gottesdienstlichen Handlung gesegnet. Bitte bedenken Sie dabei: Trotzdem ersetzt die Segnung nicht das Sakrament der Taufe und begründet nicht die Kirchenmitgliedschaft.

 

Was ist ein Sakrament?
In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Beide wurden von Jesus selbst eingesetzt. In einer menschlichen Handlung wird die göttliche Dimension unseres Lebens sichtbar. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.

 

Noch Fragen? Rufen Sie an! Tel. 036335/ 313

 

 

Fragen zur Erwachsenentaufe

Quelle; Texte und informationen: ekd.de

 

Worum geht es bei der Taufe Erwachsener?

 

Christ wird man durch die Taufe. Sie wurde von Jesus Christus selbst eingesetzt. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes dabei in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen. Aber Christ wird man nicht über Nacht. Christ zu werden und Christ zu sein ist eine Berufung, die es zu entdecken gilt. Am besten zusammen mit anderen Christen in der Kirche. Dazu braucht es Zeit. Der Weg bis zur Taufe ist abhängig von der Lebenssituation der Taufbewerber. Er dauert mehrere Monate, oft ein Jahr. Es braucht Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: über die eigene Geschichte und die persönliche Lebenserfahrung, über die Fragen nach dem Sinn des Lebens, über Gott und die Welt, über Gemeinschaft und Kirche. Es braucht Zeit, die Kirche näher kennen zu lernen, das heißt: Christen vor Ort, die evangelische Gemeinde in Ihrem Umfeld, die Gemeinschaft aller Christen in Ihrer Landeskirche, in der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der Ökumene. Es braucht Zeit, zu verstehen und anzunehmen, was zum Glauben gehört. Es braucht Zeit, sich zu entscheiden: für den christlichen Glauben und für die gelebte Gemeinschaft in der Kirche – und für die Taufe.

 

Bedarf es einer besonderen Vorbereitung, wenn Jugendliche oder Erwachsene sich taufen lassen möchten?

Ja. Voraussetzung ist auf jeden Fall ein oder mehrere längere Gespräche mit Ihrem Pfarrer bzw. Ihrer Pfarrerin. Dabei geht es zum einen um die ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Glauben und die „Kernstücke“ der christlichen Glaubenstradition: Das Vaterunser, als Grundgebet der Christen, das Glaubensbekenntnis und die Zehn Gebote, Einblick in die Bibel und das evangelische Gesangbuch. Zum anderen werden bei den Gesprächen die Gestaltung des Taufgottesdienstes und dessen Ablauf besprochen. Für ungetaufte Jugendliche führt meist der Konfirmandenunterricht zur Taufe. 

 

Benötigen Erwachsene oder Jugendliche auch Taufpaten?

Jugendliche und Erwachsene müssen aufgrund eigener Mündigkeit bei ihrer Taufe keine Paten haben. Trotzdem ist es natürlich hilfreich, Freunde fürs Leben und Begleiter in der Welt des Glaubens zu haben. Die Möglichkeit, in diesem Fall ein Patenamt zu übernehmen, besteht.

 

Muss ich mich erneut taufen lassen wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?

Nein. Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und kann daher nicht wiederholt werden. Gottes „Ja“ in der Taufe bleibt bestehen. Viele Kirchen bezeichnen die Taufe als „Sakrament der Einheit“ der Christen und erkennen sie wechselseitig an. Die Taufe ist die Eintrittstür in die christliche Gemeinschaft. Und diese Tür bleibt auch für diejenigen offen, die nach einem Austritt wieder der Kirche angehören wollen.

 

Kindertaufe oder Erwachsenentaufe?

Im Verlauf der Geschichte der Kirche hat sich die Bedeutung der Taufe erweitert. Heute ist in der Kirche beides möglich, die Taufe von Säuglingen und Kindern, in der Eltern und Paten und Gemeinde ihre Verantwortung vor Gott bekennen und um Gottes Segen bitten, aber auch der eigenverantwortliche Schritt von Jugendlichen bei der Konfirmation oder von Erwachsenen, die der Kirche beitreten wollen. Denn ganz gleich, wie alt der Täufling ist: In der Taufe wird das Geschenk der die Zugehörigkeit zu Jesus Christus und die Zuwendung Gottes zu dem Täufling deutlich. Und darum ist die Taufe religionsmündiger Menschen und die Taufe von Säuglingen und Kindern nicht als Gegensatz zu begreifen. Beides ist möglich und wird in der evangelischen Kirche praktiziert.

 

Noch Fragen? Rufen Sie an! (tel. 036335 / 313)

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